Rocker? Jazzer? Hip-Hopper?

Musikfreunde aufgepasst! Wer mit Musik seiner Persönlichkeit und Individuality Ausdruck verleihen will, begibt sich laut einer aktuellen englischen Studie in Gefahr zur Zielscheibe von Stereotypen zu werden. Besonders betroffen sind als langweilig geltende Klassik-Hörer und aggressive Hip-Hopper.

Via heise.de

Auch wenn die offensichtlich grobmaschige Anlage der Studie vorerst Entwarnung bedeutet, sollten Risikogruppen ein Auge auf folgendes Gadget werfen.

Schönheitsoperation

In der S5 in Richtung Paderborn HBF erwarten ein Vater und seine Tochter (ca. 11) die baldige Ankunft an der Endstation. Das kleine Mädchen fragt ihren Papa neugierig aus. Unteranderem stellt sie auch diese fazinierende Frage.

Tochter: Vatiii, und wenn jemand eine Schönheitsoperation macht und dann Kinder bekommt... Sehen die Kinder dann so aus wie vor, oder wie nach der Operation?

Don't watch in high quality!

Dank moderner Video-Codecs können wir ganze Spielfilme auf dem Handy mit uns rumtragen. Dass diese Komprimierung nicht transparent, nicht neutral ist, ist common place. Wie aber lassen sich die Modifikationen, die der Codec am Bild vornimmt noch anders beschreiben, außer als bloßer "Informationsverlust"? Auf eine fast schon meditative Art und Weise lässt sich dieser Frage mit dem Video zu Electralanes Blue Straggler nachgehen, das die Technizität seiner Bilder offen zur Schau stellt. Das Sehvergnügen pendelt hier zwischen menschlicher Nähe und der Befremdlichkeit der durch den Codec und die Pixel verformten (oder besser: "sich verformenden") Gesichter. Außerdem ist das Lied toll!

STOPP!

Bis zum 16.06.2009 läuft beim Bundestag noch eine, meiner Meinung nach, unterstützenswerte Petition zum Thema Internetsperren.
In dem unten verlinkten Beitrag des NDR könnt ihr euch einen groben Überblick über die Problematik des Themas verschaffen. Hauptkritikpunkte an dem von der CDU vorgelegten Gesetzentwurf sind zum einen, dass hier das Thema Kinderpornographie als bloßer Vorwand für verschärfte Kontrollen des Nutzerverhaltens und Zensur mißbraucht wird und zum anderen, dass diese Maßnahme trotz der für den Bürger entstehenden rechtlichen Nachteile überhaupt keine effizienten Mittel zur Bekämpfung von Kinderpornographie bietet.
Wer noch keinen Account bei epetitionen.bundestag.de hat, sollte dies zum Anlass nehmen!

Links
NDR Beitrag
Petition beim eBundestag

Gdzie jest Ola? (Wo ist Ola)

Zur Einstimmung auf den kommenden Sozialismus heute mal ein wenig Popmusik aus meinen Kindertagen in Polen. Damals, als in Deutschland Freiheit und Wohlstand noch zähflüssig und süß Rhein-abwärts flossen, war der Westen für viele Polen ein verwirklichter Traum. Auch wenn es von der politischen Führung nicht gern gesehen wurde, orientierten sich viele polnische Popgruppen an der Ästhetik des Westens; und so bescheuert der Name "Papa Dance" heute klingen mag, seinerzeit (und Ort) war er ein kesser Verweis auf die glamuröse Welt jenseits der nicht-erteilten Ausreiseerlaubnis. Die modischen Klamotten und teueren Spiegelreflexkameras die im Video zur Schau gestellt werden, sind also durchaus nicht nur als Statussymbole zu verstehen, sondern haben einen subversiven Charakter.
Es wäre wohl ein Leichtes Papa Dance als billige Nachahmung abzuwatschen, aber ich habe das Gefühl, dass solche Versuche (mißglückten) Kulturimports mitunter etwas unheimlich produktives haben, in dem sie höchst ambivalente Werke hervorbringen, die einen eigenen Mehrwert gegenüber den Originalen haben. Das was da mitschwingt, beim Synthie-Offbeat, das war im West-Vorbild noch nicht da.

Sweet Zombie Jesus!

Irgendwie scheinen die Japaner eine Faszination für das Christentum zu haben, denn in kaum einem japanischen Rollenspiel (JRPG) kommt man an Verweisen auf die christliche Gedankenwelt und Geschichte vorbei. Dabei treibt diese Faszination mitunter seltsame Blüten, wenn sich zu christlichen Motiven Fantasy-Elemente hinzugesellen.

So etwas spielt sich auch in Le Monde, dem Schauplatz von Vagrant Story, ab, wo ein christlicher Ritterorden brutal gegen eine mächtige Sekte vorgeht während man als (natürlich) amnestischer Held zwischen den Fronten steht. In einer der Cut-Scenes ergründen die Figuren die Natur des Todes: Was genau ist der Tod? Nach einer kurzen Elaboration über den Unterschied zwischen dem Tod des Körpers und dem Tod der Seele kommt einer der Ordensritter in Bezug auf die Zombie-Sekte zu dem Schluss: "In Le Monde bedeutet "Unsterblichkeit" keineswegs nicht zu sterben..." faszinierend!