Ihre Tarnung war aufgeflogen.

Mit Christoph, Geritt und Svenja zu Besuch bei Miguel in Mainz (2006)

Da Miguel dieses Semester was mit Tellerrand, Branche und Erfahrung vorgesehen hatte, war ihm nur im Rahmen eines Besuches beizukommen. Als beim ZDF praktizierender Wahl - Mainzer empfing er uns in der Gutenberg- und Medienstadt.

Freitag, Ausgehzwang. Also auf ins Schick & Schön. Neben elektronischer Beschallung spricht für den Laden die Möglichkeit an (für den Unwissenden) prähistorisch anmutenden Videospielen zu daddeln. Zum Inventar gehören neben Atari2600 und Super Nintendo auch zwei Vectrex - Kisten.

Aber hier leben? Warum nicht. Und wenn man schon mal da ist will man auch was vom Land sehen. Der Samstag war der Erkundung der Mainzer Innenstadt gewidmet.
Bei dem Besuch des Mainzer Doms wurde unsere kleine Touristengruppe aufs Schlimmste von einem Wachchristen drangsaliert.
Mit seinem forschen Auftreten verlieh er seiner Forderung "die Kappen abzunehmen" und hier und dort lieber nicht hinzugehen, Ausdruck. Bekackter Pharisäer! - Gott hätte das so nicht gewollt, in seinem Haus.

Um den Anschein jugendlichen Draufgängertums zu wahren stand der zweite Abend unter dem Motto "…und dann können wir ja danach überlegen ob wir los wollen". Wollten wir natürlich nicht. Auch nicht später. Auch nicht um 6, als wir müde geworden sind von Colarausch, Halo und Hitman und so.

Leicht benommen vom Vorabend, aber von Neugier und Hunger getrieben, begaben wir uns zum Abschluss auf das Gelände der Zweiten Deutschen Fernsehanstalt. Absperrbänder und Hinweisschilder konnten uns bei unserer geführten Tour nicht aufhalten.
"Ihre Tarnung ist aufgeflogen!" – würde sogleich auf meinem Display erscheinen befürchtete ich, unter Einfluss einschlägiger Spiel-Erfahrungen vom Vortag.

Und: Ich habe den Fernsehgarten in echt gesehen!
Würde ich an dieser Stelle zugeben, dass ich enttäuscht war, würde ich im selben Atemzug, die Naivität preisgeben, die ich mir als "Don´t believe anything"- Medienwissenschaftler nicht leisten kann. Folglich war ich von den Größendimensionen des Geländes nicht überrascht oder gar enttäuscht.

Die Qualität der Bilder ist nicht "bitte zu Entschuldigen". Sie stellt vielmehr, auf Grund von Tatsachen, keinen Maßstab für diese dar. Aber zu solchen ästhetischen Erwägungen vielleicht später mehr… merci an Geritt