Als Kind der späten Siebziger habe ich den Kriegszustand nicht wirklich bewusst mitbekommen. Ich erinnere mich, dass wir eine Zeit lang unsere Nahrungsmittel mit Essensmarken gekauft haben und es man für Brot und Wurst häufiger anstehen musste. Einen Zusammenhang zu dem Mann aus dem Fernsehen konnte ich damals allerdings nicht herstellen. Als Stellvertreter sowjetischer Macht genoss Jaruzelski ein denkbar schlechtes Ansehen in der Bevölkerung. Irgendwie war das bis zu mir jedoch nicht vorgedrungen, denn meine Eltern hielten sich zu hause mit politischen Statements zurück und meine politsche Bildung bestand zu diesem Zeitpunkt hauptsächlich aus dem was die Schule und das bisschen Fernsehen an mich herantrugen.
Offensichtlich muss es meinen Mitschülern da anders ergangen sein, denn für sie war es selbstverständlich sich über den Staatsmann lustig zu machen. Gerade das Äußere des Politikers war für meine Mitschüler Grund zum Hohn. Mir selbst war sein Äußeres auf eine komische Art und Weise egal. Sehr wohl nahm ich ihn als, irgendwie kompakt wahr und kannte niemanden mit vergleichbarer Kleidung, Frisur oder Brille. Aber hässlich fand ich das nicht: Er sah halt irgendwie besonders aus. Neben Papst Johannes Paul II. war er für mich damals der andere wichtige Mann auf der Welt. In Folge dessen hat es mich sehr irritiert, dass meine Mitschüler meine Wahrnehmung Jaruzelskis nicht teilten. Schlechte Zeiten für alte Weltbilder. Gute Zeiten für neue Weltbilder.
Aber auch für die jenigen, die keine persönlichen Erinnerungen an den Mann haben, der zur Zeit wegen Gründung einer verbrecherischen Organisation vor Gericht steht, ist der Fall interessant. Irgendwie haftet der ganzen Geschichte bzw. ihrer Deutungsweise eine komische Form von Melancholie an.
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Hier ein kleines Beispiel aus dem dritten Teil: In fast jeder Schlacht muss der Spieler neben zahlreichenMostern und Soldaten auch einen Boss besiegen, welcher zwar ungeich zäher und verheerender als die anderen Gegner ist, dafür aber nach seinem Ableben höchstgradig praktische Waffen oder Ausrüstungsgegenstände zurücklässt. So weit das Prinzip.
Ganz ähnlich verhält es sich auch mit der feindlichen Generälin Spiriel, welche Zug um Zug mit der Ankündigung "I kill you" genau dies mit einer der von Menschenhand geführten Spielfiguren macht. Gemessen am Ausmaß der Verwüstung, stellt sich allerdings nach ihrem Ableben große Enttäuschung ein, denn Spiriel "droppt" nicht wie man erwarten würde, eine mächtige Waffe sondern einen rosa Schlüpfer. Dass das Tragen dieser Power-Höschen nicht nur die Wahrscheinlichkeit, einen Angriff abzuwehren, erhöht, sondern die Spielfigur auch more serious macht, erfreut den Spieler der mit ach und Krach Spiriel besiegt hat nicht im eigentlichen Sinn.
Freunde des Gender-Diskurs wird es vielleicht interessieren, dass SEGA hier ganz bewusst darauf verzichtet hat Formen virtueller, runden-basierter Strategie-Travestie zu ermöglichen. Die Power Undies darf man nur weiblichen Mitabenteurerinnen anziehen. Weniger wichtig ist dabei jedoch, ob es sich bei dem weiblichen Wesen um einen Menschen, einen Vogel oder gar um einen Zentauren handelt.
Man kann die Power Undies durchaus auch als einen Hinweis bzw. eine Art "Strafe" bezeichnen, denn eigentlich sollte man Spiriel gar nicht töten. Lässt man sie am Leben, so schließt sie sich in einem späteren Teil der Reihe (den man dann mittels Savegame weiterspielt) der Shining Force an.







